Tipps zur Selbsthilfe

Tipps zur Selbsthilfe

Diese Hinweise sollen Sie unterstützen im akuten Erkrankungsfall Ihrem Kind helfen zu können. Bitte beachten Sie: Diese Hinweise ersetzen nicht den Arztbesuch! Bei Unklarheiten oder schlechtem Zustand Ihres Kindes wenden Sie sich bitte großzügig an den Arzt!

Fieber

Fieber (Körpertemperatur > 38,5°C) ist eine normale Reaktion des Körpers im Rahmen von Infektionen und dient zur Bekämpfung der Erreger. Allerdings kann hohes oder lang anhaltendes Fieber (über mehrere Tage) auch eine große Belastung für den Körper darstellen. Bei sehr schnellem Auffiebern kann es zum Schüttelfrost mit kalten Extremitäten und Muskelzittern kommen.

Bei Fieber muss nicht zwingend eine Arztvorstellung erfolgen, allerdings sollten Säuglingen die jünger als 3 Monate sind schon bei Temperaturen über 38,5°C sehr großzügig beim Kinderarzt vorgestellt werden. Außerdem sollten alle Kinder, die auf fiebersenkende Maßnahmen nicht reagieren oder die einen schlechten Allgemeinzustand zeigen, dem Arzt vorgestellt werden.

Fieber lässt sich effektiv durch Kühlung senken. Ein probates Mittel sind Wadenwickel oder die Kühlung am Stamm. Lauwarme Umschläge reichen völlig aus, kalte Umschläge werden oft als störend empfunden. Diese Kühlung kann nur funktionieren, wenn die Haut auch warm ist. Beim akuten Auffiebern zeigt die Kühlung deshalb i. d. R. nur wenig Wirkung.

Eine medikamentöse Fiebersenkung empfehlen wir bei Temperaturen über 39,0°C, wenn die Kinder ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl haben oder zusätzliche Schmerzen, ist eine Gabe von Paracetamol oder Ibuprofen auch schon bei niedrigeren Temperaturen sinnvoll. Die Dosierungen finden Sie in der Packungsbeilage.

Durchfall

Kinder sind sehr anfällig für Durchfallerkrankungen, vor allem wenn sie neu im Kindergarten o. ä. sind. Entscheidend ist, dass die jungen Patienten genügend Flüssigkeit bekommen, da der Flüssigkeitsverlust über den Darm sehr hoch sein kann.

Die Nahrungsaufnahme steht im Hintergrund, insbesondere fettige Speisen und Milchprodukte sollten vermieden werden. Empfehlenswert sind z. B. Salzstangen oder Nudelsuppe. Als Getränke sind milde Tees (keine sauren Tees wie z.B. Früchtetee) sehr gut geeignet, diese sollten mit Traubenzuckerpulver (1 EL auf 100 ml) und einer Brise Salz (nicht mehr!) versetzt werden. Dadurch wird nicht nur Wasser ersetzt, es werden auch Elektrolyte u. Kohlenhydrate zugeführt. Bei zusätzlichem Erbrechen sollte die Flüssigkeit löffelweise zugeführt werden.

Wenn die Kinder apathisch werden, nicht mehr Pinkeln oder trockene Schleimhäute haben, sollte immer eine Arztvorstellung erfolgen.

Ohrenschmerzen

Bereits bei leichten Erkältungen kann es zur Flüssigkeitsansammlung im Mittelohr kommen, da die Belüftung zum Rachenraum bei verlegter Nase behindert werden kann. Durch die Flüssigkeit entsteht ein Druck auf das Trommelfell und das ist oft extrem schmerzhaft! Häufig treten die Schmerzen nachts auf, die Kinder sind sehr jammrig und können nicht schlafen.

Wichtig ist eine ausreichende Schmerztherapie, hier eignen sich sehr gut Paracetamol oder Ibuprofen. Außerdem empfehlen wir abschwellende Nasentropfen oder –sprays, dadurch wird die Belüftung des Mittelohrs verbessert und das Sekret kann ablaufen.

Bei zusätzlich hohem Fieber oder bei Ausfluss aus dem Ohr empfehlen wir eine Arztvorstellung.

Weitere Informationen

Zu anderen Krankheitsbildern finden Sie weitere Informationen unter www.dgkj.de/faltblaetter.html

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